Europäische Schienengüterverkehrskorridore

Einfach erklärt
// 23 Oktober 2018

Der Bahntransport steht der Konkurrenz des See- und Lufttransportes gegenüber. So wurden, zur Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit des Frachtbahntransportes, von der Europäischen Kommission (Verordnung 913/2010), sogenannte „Europäische Güterverkehrskorridore“ geschaffen.

Doch was hat es eigentlich mit so einem „Schienengüterverkehrskorridor“ auf sich?

Es handelt sich um eine Reihe von vorbestimmten Eisenbahnlinien. Wege, welche mehrere Terminals, Häfen und multimodale Pole entlang einer Route miteinander verbinden.

So sollten ganz und gar 11 „Europäische Güterverkehrskorridore“ bis 2020 durch ganz Europa einsatzfähig sein.

Solche Korridore ermöglichen:

  • Eine europaweite Angleichung der Regelungen für den Güterbahnverkehr So muss zum Beispiel ein Zug, der durchs europäische Bahnnetz fahren möchte, seinen Fahrplan nicht mehr in jedem der zu überquerenden Länder anfragen. Die Anfrage wird dem sogenannten „One Stop Shop“-Büro des Korridors eingereicht, das einen ausführlichen Fahrplan von A bis Z zusammenstellt.
  • die Kombination verschiedener Transportmöglichkeiten Die Verbindung mehrerer Häfen und multimodaler Terminals in Form „europäischer Schienengüterverkehrskorridore“ vereinfacht die Zusammenarbeit von Schienen-, Luft- und Seetransport.
  • Die Koordination der Bauarbeiten auf dem europäischen Eisenbahnnetz und der von den EU-Mitgliedsstaaten bereitgestellten Investitionen

Diese von RailNetEurope veröffentlichte Karte gibt einen Überblick auf die bestehenden europäischen Schienengüterverkehrskorridore, einschließlich des bis 2020 erwarteten Netzausbaus (gestrichelte Linie).

Einer dieser Korridore durchfährt das Großherzogtum. Der sogenannte „Nordsee- Mittelmeer Korridor“ erstreckt sich vom Norden Großbritanniens über die Niederlande, Belgien, bis hin zum Mittelmeer Im Süden Frankreichs. Er verbindet die Häfen von Antwerpen, Rotterdam, Dunkerque mit Marseille. So durchquert er auch gleich den Bettemburger Eurohub und macht die Verbindung mit dem Hafen in Mertert.

Auf diesem vielversprechenden „Nordsee – Mittelmehr Korridor“ fahren jährlich nicht weniger als 30.000 Züge, was einen Gütertransport von etwa 20 Millionen Tonnen entspricht.